Es wohnen nur Eigentümer in der Anlage: Untersuchungspflicht - ja oder nein?

Eine Eigentumswohnanlage mit 7 Wohneinheiten wurde bisher von den Eigentümern selbst genutzt. Ein Eigentümer möchte jetzt ausziehen und seine Eigentumswohnung vermieten. Muss jetzt in der  Wohnanlage eine Legionellenprüfung durchgeführt werden?

Eine Legionellenprüfung muss durchgeführt werden, wenn folgende 3 Voraussetzungen vorliegen:

 

1. Es muss eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung vorhanden sein.

 Das heißt, der Warmwasserspeicher hat mindestens 400 Liter Inhalt oder der Leitungsinhalt vom Trinkwasser-Erwärmer bis zur weitest entfernten Entnahmestelle beträgt mehr als 3 Liter (ohne Zirkulationsleitung)

 

2. Es müssen Duschen oder andere Einrichtungen vorhanden sein, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt.

Der Inhaber oder sonstige Betreiber der Großanlage muss Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit abgeben.

 

3. Die Vermietung einer Wohnung ist eine gewerbliche Tätigkeit. Somit ist die Legionellenprüfung in einer WEG erforderlich, wenn mindestens 1 Wohnung vermietet ist.

 

Wenn die WEG ausschließlich von Eigentümern bewohnt wird, fehlt das Merkmal der gewerblichen Tätigkeit. Somit ist eine Legionellenprüfung nach Trinkwasserverordnung nicht erforderlich.

 

1- und 2-Familienhäuser sind ebenso von der Untersuchungspflicht ausgenommen.

Die Probenahme darf nur ein nach TrinkwV zertifizierter Probenehmer durchführen. Die erforderliche Trinkwasseruntersuchung darf nur von akkreditierten Prüflabor vorgenommen werden.

 

 

Sollte der technische Maßnahmenwert von 100 KBE/100 ml überschritten werden, müssen Sie umgehend das zuständige Gesundheitsamt und die Mieter informieren. Gleichzeitig muss der Anlagenbetreiber entsprechende Maßnahmen einleiten. Eine Gefährdungsanalyse und weitergehende Untersuchungen sind Pflicht.


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